Das Outdoor Kochen auf offenem Feuer

eine ganz besondere Erfahrung: Das Feuerkochen

Auf dem Lagerfeuer sein Essen zu bereiten ist eine gänzlich andere und – wenn richtig gemacht – freudvolle Art und Weise, sein Essen zuzubereiten.

Ein Prozess, der über das bloße Schneiden, Kochen, Braten und Würzen weit hinaus geht, denn das Feuer will vor- & nachbereitet sein, und auch währenddessen sollte man ihm Aufmerksamkeit (und Liebe ;)) schenken.

Vorbereitung

Bevor man richtig loslegt, lohnt es sich schon einmal alles zu schneiden, denn wenn es einmal richtig heiß hergeht, bleibt kaum Zeit zum schnibbeln!

Lege außerdem deine Kochutensilien, Gewürze und Wasser bereit.

Tipp: Nutze das extra Wasser, wenn du deine Aufmerksamkeit mehr auf dem Feuer oder den Sternen ruhen lassen willst, ohne das dir sofort was anbrennt.

Sammel ausreichend Holz.

Wenn du noch nicht viel Erfahrung mit Feuerkochen oder Lagerfeuer im Allgemeinen hast, hol ruhig doppelt so viel Holz wie ursprünglich geplant – das geht schneller weg als du denkst!

Sollte doch was übrig bleiben, kannst du gemütlich nach dem Essen noch einige Scheite drauflegen 🙂

Entzünde den Feuerstarter (Zunder, kleines Geäst und zerriebene Blätter, ökologische Grillanzünder oder naturfarbenes Papier/Pappe) und entfache mit (möglichst) trockenen Stöckchen ein kleines Feuer, das du dann mit dickeren Ästen nährst.

Sind die ersten größeren Holzstücke zu Glut und Neue aufgelegt worden, kann es losgehen.

Wie stelle ich jetzt meinen Topf drauf?

3 Dinge sind wichtig, wenn du jetzt erfolgreich feuerkochen möchtest.

  • Dein Essen soll über, aber nicht in dem Feuer landen 😉 Ein stabiler Stand ist daher elementar.
  • Du solltest in der Lage sein, dein Feuer weiterhin mit Sauerstoff und Holz zu versorgen.
  • Hab Spaß!

Tipp: Beim ins Feuer pusten… pack unbedingt einen Deckel auf den Topf ! Oder denselben wegstellen, sonst hast du direkt Asche drin.

Pro-Tipp: Lege die Spitzen deiner Daumen und Zeigefinger zusammen, sodass sie eine kleine Raute bilden (Kantenlänge ~5mm). Wenn du da durch pustest, kanalisierst du die Luft und du musst kaum näher an dein Feuer heranrücken

Je nach den zu Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen, Ausrüstung und Anzahl der zu füllenden Mägen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten & Varianten, in der Wildnis zu kochen.

Der Holzrost

Warmes Essen im Bauch und heißes Feuer von vorn – ein guter Tagesabschluss

Diese Art des Feuerkochens kommt mit bloßen Ästen als zusätzlichem Material aus.

Lege zu beiden Seiten der Glut eine Basis – möglicherweise eignet sich dazu bereits dein Steinkreis (du machst doch hoffentlich einen schützenden Steinkreis?) – oder du benutzt kleine Baumstämme.

Nun legst du über die Glut quer vor dich 2 oder 3 dicke Äste, durch die noch Flammen & Luft emporsteigen können – Luft und Hitze müssen frei fließen können.

Stelle den Topf auf den hölzernen Rost.

Du kannst nun bei Bedarf Stöckchen auf die Glut nachschieben.

Achtung: Pass auf, dass dir der Holzrost nicht durchbrennt!

Falls dir das doch halbe Essen ins Feuer kippt, denk daran… das ist jedem Waldläufer schon einmal passiert 😉

Der Feuerbalken

bei so einer Glut kocht alles ratz fatz!

Fast die selbe Technik wie der Holzrost.

Wenn du eine „ordentliche“ Glut zusammen hast, kannst du auch 2 dünne Stämme darüber legen.

Die brauchen schon mehr als eine halbe Stunde, um durchzubrennen.

Durch die breite und lange Auflagefläche kannst du große Pfannen & Töpfe der Reihe nach aufstellen.

Super praktisch wenn du eine größere Gruppe von Naturliebhabern zu beköstigen hast!

Denke auch hier wieder daran, Platz zwischen Glut und den Stämmen zu haben, damit du Holz nachlegen kannst und das Feuer nicht erstickst.

Tipp: Drehe die Stämme ein halbes mal um die Längsachse, sodass die untere, glühende Seite jetzt nach oben zeigt. So kannst du später das Festmal für Nachzügler aufwärmen oder einen Tee/Kaffee kochen.

Klasse Technik: Der Graben zur Glut

Dazu kommen noch Bilder.. Versprochen!!

Ein einfacher, vor dem Entzünden des Lagerfeuers gemachte Graben kann helfen Äste einfach „unter“ den Topf in die Glut zu schieben.

Das ist eine Technik, die du auch benutzen kannst, um unterirdische Feuer zu machen, bei denen du den Topf einfach auf den Erdboden über ein Feuerloch stellst.

Von z.B. 3 Seiten sind Gräben zu dem Feuerloch gezogen, um Nahrung in Form von Sauerstoff und Holz nachzuliefern. Je größer der Topf, umso mehr Gräben machen Sinn.

Mit dieser Methode haben wir schon für mehr als 70 Menschen in 2 riesigen Töpfen gekocht!

Die Erde erwärmt sich und es ist tatsächlich einfacher, das Feuer in Gang zu halten.

Das ist auch praktisch, wenn du ein Hauptfeuer hast, auf dem aus verschiedenen Gründen nicht gekocht werden soll (zu groß & heiß, um das Feuer wird getanzt und gesungen oder es ist einfach unpassend).

Dann kannst du dir starke Glut in das Feuerloch transportieren und mit kleinen Stöcken füttern, klappt super.

Besonders funktional ist das, wenn du mit einer Gruppe lagerst oder etwas mit einer langen Kochzeit zubereiten willst (wie Hülsenfrüchte oder Eintöpfe) und du eine kleinere Hitze benutzen möchest.

einfach den Topf neben das Feuer stellen?

wärmt nur von einer Seite – dafür sicher die einfachste Methode

Diese Methode braucht bis auf etwas geschaffenen Platz keinerlei Vorbereitung.

Ich nutze sie eigentlich nur um Essen warm zu halten oder nochmals aufzuwärmen, denn du musst regelmäßig den Inhalt verrühren oder den Topf drehen.

Topf direkt auf die Glut

nein, trangia zahlt mir (leider) kein Geld für diese Darstellung 😉

Wenn das Feuer heruntergebrannt ist, kannst du den Topf in die Glut stellen.

Glüht sie nicht mehr, sind die Kohlen meist trotzdem heiß genug, mit der richtigen Technik.

Hebe eine der Topfgröße entsprechende Vertiefung aus und scharre die Kohlen um den Topf, so das er in ihnen versenkt ist.

In aller Regel sollte das ausreichen, um das Wasser zum Köcheln zu bringen.

Für Tee reicht es jedenfalls allemal!

Der einsame Fels inmitten des Feuers

Auch hier werden noch Bilder folgen!

Wenn dir der Rost aus Ästen zu unsicher ist, keine Stämme zu finden sind (immerhin fällen wir nicht extra für das Kochen Bäume!) und die passenden Steine da sind, dann versuche dich mal an dieser Technik.

Der Steinkreis um das Feuer sollte etwa den dreifachen Durchmesser deiner Töpfe haben.

Setze bei ordentlich Glut einen Felsen in die Mitte der Feuerstele und so solltest du einige Töpfe zwischen den mittleren und die äußeren Steine setzen können.

Hängende Töpfe

Dann gibt es auch dieses klassische Bild des Kochens auf dem Lagerfeuer:

Ein an einem Dreibein aufgehängter Topf schwebt über dem Feuer.

Es gibt noch einige andere Konstruktionen aus Holz, an denen man die Töpfe aufhängen kann.

Ich persönlich habe aber wenig Erfahrung damit und habe bisher auch nie einen Grund gesehen, mir die spezielle Ausrüstung anzuschaffen.

Man kann natürlich auch einfach einen Draht (sollte man dabei haben, nützlich für viele Dinge…) um seinen Topf schlingen und sich so eine Möglichkeit zum Aufhängen basteln.

Ich finde es außerdem etwas ungeschickt… oft schwebt der Topf zu hoch, die Aufhängung kann unzuverlässig sein, und direkt auf dem Feuer und der Glut ist es doch am besten 🙂

Einfach mal ausprobieren!

Schmeckt wundersamerweise immer gut…

Mit etwas Übung macht das viel Spaß und kann sogar richtig schnell gehen 🙂

Hast du schonmal auf deinem Lagerfeuer gekocht?

Vielleicht hast du das schon öfters und willst deine Erfahrung damit teilen?

Oder noch irgendwelche Fragen?

Schreib´s in das Gästebuch! 🙂

Vielen Dank fürs Lesen und beste Grüße aus´m Wald!


by
%d Bloggern gefällt das: