Lebende Bäume im Wohnzimmer? ja, bitte!

Als ich eines Tages mit Rad von meinem Lager in den Bergen in die Zivilisation fuhr, um meine Vorräte aufzustocken, sah ich vor mir auf dem Wege einen Mann & eine Frau mit 2 Hunden laufen.

dort in etwa lag mein Camp

Wie ich so angerauscht kam, sah mich der schwarze Mann an, liegte die Hände vor der Brust zusammen und verneigte sich leicht.

Diese Art des Respekts gegenüber Fremden ist mir vertraut, vor allem nach intensiver Beschäftigung und Studium unseren Bewusstseins – und so stieg ich direkt in die Bremsen, um gute 20 Meter nach ihnen zum Stehen zu kommen.

Wir unterhielten uns kurz, wobei meine Französischkenntisse gerade so ausreichten. Ich wurde eingeladen, gerne jederzeit ihr Stückchen Land zu besuchen – „dort drüber, wo das Tippi, die Jurte und die Wohnwägen sind“

Es vergingen wohl so 2 Wochen, und ich fuhr wieder nahe dieser Stelle vorbei, als ich ganz spontan beschloss, vorbeizuschauen.

Es war bereits dunkel geworden, doch ich wurde herzlich empfangen und zum Essen und Bleiben über Nacht eingeladen.

Der Ort, an dem wir den geselligen, mit Musik und gutem Essen gefüllten Abend verbrachten, hat mich so glücklich gemacht, dass ich einen kleinen Einblick darin mit euch teilen möchte.

der erste Blick nach dem Eintreten

Ursprünglich lebte Zelia in dem Wohnwagen, den man rechts im Bild sieht. Als mehr Wohnraum gewünscht war, recycelte die Community gemeinsam alte Fenster, Holz & Stein als Baumaterial und verwendete Lehmerde des umliegenden Landes, um eines der gemütlichsten Häuschen zu bauen, in denen ich je die Freude hatte eingehen zu dürfen.

der hintere Teil des Wohnwagens mit kleiner Sitzecke

Tatsächlich war noch gar nicht alles fertig gestellt, als ich ankam – der Boden war eben erst am Tag zuvor gelegt worden.

durch das Dach darf viel Licht einfallen

Will man wahrlich alles containern, muss man entweder in einer Stadt (leider illegal und oft nachts) in einem Wertstoffhof nach spezifischen Teilen suchen die man benötigt, oder mit viel Geduld darauf warten, dass einem das Leben die passende Gelegenheit bietet.

In dem Fall hier hat man einige Dinge gekauft – insgesammt etwas 500€.

eine kleine Küchenecke – das Wasser kommt direkt aus der Quelle

Am schönsten fand ich, wie die Bäume respektiert und einfach in die Wohnung integriert wurden – entweder in den Wänden oder einfach frei stehend.

Zelia am einrichten… 🙂

Geheizt wird mit einem zentral platzierten Ofen, der auf einer Glasscheibe steht, unter der schöne Steine und kunstvoll gestreuter Sand liegen.

Zelia kann zurecht stolz darauf sein, nur lokale Materialien verwendet zu haben und ich freue mich darauf, sie um Weihnachten herum wieder zu besuchen 🙂


Posted in Allgemein by with no comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: