Berge, Pilze & ein Druide

Lustigerweise endete der steile Aufstieg nur etwa 25 Meter nach der Pferdekoppel, und nach weniger als 10 Minuten war ich auch schon angekommen.

Ich wusste von dem mit Graffiti besprühten Camper Julians, und erkannte ihn auf einem kleinen Grundstück neben einem kleinen Häuschen, einer Hütte eher.

Bamba, die lebhafte Hunde-Dame Julians, sah mich zuerst. Durch ihr freudiges Bellen aufmerksam geworden, bemerkte mich auch ihr Besitzer. Julian kam schnell zum Tor, es war ein freudiges Wiedersehen. Obwohl wir uns nicht oft im Leben gesehen hatten, verband uns doch eine tiefe Loyalität und gute Freundschaft. Er ist der bereits erwähnte Druide, den ich nicht nur für sein tiefes Wissen über die Pflanzenwelt sehr respektiere.

Außerdem waren auf dem Grundstück noch 2 Spanier, die sich in der französisch sprechenden Schweiz angesiedelt hatten. Ich war herzlich willkommen und hatte großes Glück, eine Squad-ähnliche Struktur erreicht zu haben, denn mein Knie war inzwischen zu einer Heizung geworden und deutlich rot, geschwollen und in seiner Bewegung eingeschränkt.

Die kommenden Tage lagerte ich es hoch; kühlte es wechselnd mit Kühlakkus aus dem Eisfach; übernahm einige anstehende einfache Arbeiten im Collectiv und durfte mir meine (Warte-)Zeit mit Vikings auf Netflix verkürzen.

Und doch wurde und wurde es nicht besser. Das Glück kam wieder zu mir, als eine spanische Frau, die uns an 2 Abenden besucht hatte, eine Creme bestehend aus über 30 Kräutern schenkte, die mir langsam Besserung brachte.

Julian war beschäftigt. Die meiste Zeit reparierte ein Auto, was er für nur 400 Franken erstanden hatte, und war manchmal in die Berge gegangen, um halluzinogene Pilze und Kräuter zu sammeln. Es viel mir schwer, aber ich blieb vorher zuhause. Schließlich, am fünften Tag, hatte ich aber genug und wir gingen morgens los in die Berge.

Es war ein Tag, wie ihn meine Seele liebt.

Die körperliche Herausforderung der Berge, das sich schnell ändernde Wetter, mein in dieser Gegend bestens bewanderte Führer und die Erfahrung, das erste Mal in meinem Leben die Bewusstseins-erweiternden Pilze in ihrer natürlichen Umgebung zu entdecken, die wundervollen Bergen und die Freude, mit Julian & Bamba unterwegs zu sein schufen einen Tag, den ich lange nicht vergessen werde.

Mein Knie hatte mich kaum beeinträchtigt. Ich spürte es deutlich am Abend, aber schließlich waren wir ja auch mehrere Stunden zügig steil auf- und abwärts gewandert.

Ich nahm mir vor, Iris am kommenden Tag nochmals zu besuchen und am darauffolgenden Tag weiterzureisen. Julian hofft darauf, bald ein geeignetes Stück Land zu finden, um seine Permakultur-Ambitionen auszuleben, und wir vereinbarten uns in ca. 2 Wochen in Sisteron zu sehen.


Ach ja, da hatte ich doch glatt noch etwas vergessen!

Die Tage, in denen ich wegen meinem Knie nicht sehr aktiv war, hatten aber doch auch ihre produktiven Seiten.

Am Lenker befestigt hatte ich einen Korb, dem man an- und abklicken kann – ich bekam ihn zusammen mit dem alten Fahrrad von meiner Oma 🙂

Darin saß ein mit vielen Fächern ausgestatteter Rucksack, den ich in der Schweiz gefunden hatte und wegen seiner vielfältigen Möglichkeit zur Organisation schätze.

Ich wollte den Mechanismus, um den Korb zu befestigen, mit dem Rucksack kombinieren – und nach einigen Mühen war es mir gelungen und ich hatte eine klasse Fronttasche geschaffen, die ihren Schwerpunkt genau auf der Achse des Forderrads hat und damit nichts von der Wendigkeit meines Rads nimmt.

Sicher wird man das auf kommenden Bildern sehen können 🙂

cheers 🙂

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